veganes Essen im Krankenhaus
21. Februar 2013

Vegan im Krankenhaus

Nie war ich ernsthaft krank. Bin 32 Jahre quietschfidel durchs Leben getingelt. Irgendwann mußte das wohl passieren. Ich mußte ins Krankenhaus! Toll! Den Spott meiner Freunde malte ich mir bereits aus. Kaum ernährt der sich vegan wird er eingewiesen. Notschlachtung! Tja hättest du dich mal „normal“ ernährt. Doch das war nichtmal meine größte Befürchtung. Essen im Krankenhaus! Geht das eigentlich vegan? Muß ich da um jeden Möhrchenbrei kämpfen um nicht den grausamen Hungertod zu leiden? Oder wird meinem „normalen Essen“ einfach alles weggenommen und zurück bleibt meine Ration. Ich hatte zwei Horrorvorstellung. Nummer eins war, das ich nun auf eine Kartoffelbeilage hoffen mußte. Nummer zwei war ein blütenweisser Teller mit einem Salatblatt in der Mitte. Soviel vorweg: Dieser Albtraum wurde tatsächlich Wirklichkeit. Aber der Reihe nach.

Tag 1 – Vorbereitungen gegen den Hungertod

Erst sehr spät an einem Freitag Nachmittag wurde entschieden, dass ich stationär bleiben müsse. Hallo? Freitag? Wochenende? Aber was will man machen wenn einem das Augenlicht doch ans Herz gewachsen ist? Da wollte ich nicht den Helden spielen. Da ich nur wenige Minuten vom Krankenhaus entfernt wohne konnte ich durch charmantes Verhandeln eine Stunde Freigang vorweg erhaschen. Also schnell Heim und Tasche packen. Klamotten, Bücher und ganz wichtig einige essenstechnische Backuppläne in Form von Mandelmilch, Haferflocken, gemischte Nüsse, Bananen und Pringles (für die Nerven). Auf dem Weg zurück noch schnell bei der Pommesschmiede meines Vertrauens vorbei und mit großer Portion frittierter Kartoffelstreifen auf den Schoß mit der Straßenbahn zurück. Quasi wie ein Hamster Winterspeck für die nächsten harten Tage anfuttern.

Die Aufnahme – vegan bitte

Wieder im Krankenhaus angekommen wurde ich in das System aufgenommen und durfte meinen Ernährungsstil kundtun. Leider hat man mir da schon gesagt, dass es dauert bis ich in dem „System“ aktiviert sei. Ob es vegane Kost gibt oder improvisiert wird konnte man mir zunächst nicht sagen. Kommt wohl nicht häufig vor. Das Abendessen im Krankenhaus war natürlich wie zu erwarten ein Klassisches. Graubrot, Wurst und Käse. Ungh! Noch ordentlich satt von meinem letzten Abendmahl war ich aber noch entspannt. Der Ruhepuls von 46 prophezeite es schon – ich bleib cool.

Die erste Nacht stand an, übrigens war ich allein auf dem Zimmer. Wie ich es gewünscht habe. Danke Karma und gute Nacht.

Tag 2 – Vier Kartoffeln und kein Todesfall

Es ist schon merkwürdig in einem fremden Raum von einer fremden wenn auch furchtbar netten Frau geweckt zu werden. Es kommt bei mir nicht jeden Tag vor, dass sich jemand nach meinen letzten Stuhlgang erkundigt. Das ist zumindest sehr selten der Fall. Wenn überhaupt passiert so etwas unter Männern mit nicht weniger blumigen Worten. Dann aber nicht auf Anfrage sondern aus Prahlerei.

Zuckersüßes Frühstück

Das Frühstück war leider noch für mich zusammengestellt. Ein Zettel auf dem Tablett verriet es: Ich bekam das Essen von einem Herrn S. Wie Tags zuvor gab es Graubrot, Brötchen, Käse, Wurst, Butter und Kaffeesahne. Nach kurzer Recherche (wie geil sind bitte Internet und Smartphones) ob die Konfitüre Gelatine oder ähnliches enthält. Alles unbedenklich. Es gab also Graubrot mit sicherlich reichlich gezuckerter Erdbeerkonfitüre. Dazu noch eine mitgebrachte Banane. Ich fühlte mich wie auf einem Floß mitten auf dem Meer mit einem begrenzten Vorrat an Lebensmitteln. Sollte ich jetzt schon an meine Reserven gehen?

Vegane Versorgung bestellen

Am Vormittag kam dann eine wirklich eine sehr nette Frau mit Klemmbrett und Laptop zu mir auf’s Zimmer, die so überhaupt nicht nach Pflege oder Medizin aussah. Sie wollte meine Essensbestellung aufnehmen. „Sie nehmen das vegetarische Menü?“ war ihre Frage. „Nein“ logischerweise meine Antwort. „Ich hätte gern ein veganes Menü“. Auch wenn sie damit was anfangen konnte schaute sie lange ins Laptop und überlegte merklich. Zu meiner Überraschung konnte ich meine Menüwahl sehr detailliert aufgeben. Wir fingen mit dem Frühstück an. Graubrot wich nun Vollkornbrot. Leider gab es bis auf die Konfitüre keine veganen Aufstriche. Aber sie wollte sich erkundigen. Dazu sollte ich Stückobst bekommen was mich sehr freute. Meine Rettungsfloß-Reserven sollten also Nachschub erhalten. Mittagessen war eine Katastrophe. Das einzige vegetarische Gericht war mit einer Sahnesauce. Also musste ich auf einen Salatteller zurückgreifen. Nährwert quasi bei Null. Da verbrauche ich doch beim Gabel heben und senken mehr Kalorien als ich zu mir nehme. Zum Abendbrot gibt es für mich 2 Vollkornschnitten mit Kirsch-Konfitüre damit es nicht langweilig wird.

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Horrorszenario #1 bahnte sich an

Gulasch! Mit Kartoffeln und Blumenkohl in Sahnesauce. Der Albtraum, dass ich auf Kartoffeln hoffen und diese rauspicken muß bahnte sich an. Ganze vier Kartoffeln konnte ich ergattern. Einige am Rand liegenden Blumenkohlstücke ohne Sahnesauce sicherten mir ein wenig Abwechslung. Objektiv gesehen eine Katastrophe. Subjektiv gesehen auch. Der obligatorische joghurthaltige Nachtisch blieb ebenfalls meines Interesses fern.

Muß reichen dachte ich mir. Einen großen Vorrat an Nüssen hatte ich mir ja von daheim mitgebracht. Eine sehr sehr gute Handvoll davon und eine Banane würden ausreichen um Hunger zu vermeiden. Am späteren Nachmittag wollte ich eh die örtliche Gastronomie ausprobieren.

Kantine leider keine vegane Oase

Leider kam ich zu spät an. Ab 15 Uhr gab es quasi „was vom Tage übrig blieb“. Im Klartext bedeutet dies: Süßigkeiten (alles mit der ach so wichtigen Extraportion Milch), Kaffee und jaaa auch Obst wie Banane, Birne, Kiwi etc. Nach einer kleinen Unterhaltung mit dem Personal erklärte man mir wirklich sehr freundlich, dass es für Veganer Brötchen gebe und Konfitüre. Also das gleiche wie auf Station am morgen und am Abend. Schade. Auch die Gerichte die für eine Woche aufgehängt waren entdeckte ich kein Gericht das als vegan einzustufen wäre. Also gab es wieder Vollkornbrötchen mit Konfitüre und eine Birne.

Die Schwester mit Herz

Leider wieder Versorgungsessen. Also Wurst, Käse, Margarine und der obligatorische Joghurt. Ich erfreute mich allerdings meinen guten Freund Graubrot zu entdecken. Von mir gekrönt mit Aprikosenkonfitüre. Light versteht sich. 50% weniger Zucker. Aber wieviel ist die Hälfte von viiiiel zu viel?! Nährwerttabelle leider nicht dabei. Da ich schon in der Cafeteria gegessen hatte war das aber ok. Satt war ich. Beim abräumen fragte ich die Schwester ob dies ein Fehler sei oder ich noch nicht im System bin. Freundlich erklärt Sie mir, dass Thema mit dem Versorgungsessen. Aber sie wolle nachschauen ob mich jemand vergessen hat. Nur wenige Minuten später die Versicherung, dass ich als vegetarisch drin stehe sie aber nochmals ausdrücklich vegane Kost verlangt hat. Einen kleinen Seitenhieb konnte sie sich dann nicht verkneifen. Mit charmanten Lachen sprach sie von Blumenwurst. Wunderbar. Nun der Oberknaller. Wiedereinmal einige Minuten später schreitete ebendiese Schwester mit einem freundlichen Grinsen in mein Zimmer. In der Hand eine kleine Flasche. Die Schwester erkundigte sich ob ich das trinken kann und mag? Tomatensaft! Ich habe noch nie Tomatensaft getrunken. Die Geste fand ich wirklich herzlich. Hat mich gefreut. Der Tomatensaft und ich werden zwar keine Freunde aber eine schöne Erinnerung.

Tag 3 – Horrorszenario #2

Bei der Essensausgabe am morgen berichtete mir die Schwester unverzüglich beim hereingehen, dass es geklappt hat. Jaaa auf dem Zettel stand ‚Veganer‘. Unter der Milchglasoptik des Deckels über den Teller erahnte ich ein einzelnes Salatblatt und musste lachen. So so dem Veganer gibt man also nun Brot und Grünzeug. Mein Horrorszenario #2 wurde wahr. Beim näheren durchstöbern des Tabletts entdeckte ich dann aber doch die ein oder andere vegane Kostbarkeit. Es gab noch eine Kiwi, rein pflanzliche Brotaufstriche und Konfitüre. Dazu noch eine kleine Packung Halbfett Margarine. Nährstoffe oder Zusammensetzung konnte ich aber auch hier nicht einsehen. Merkwürdig für mich da ich sonst immer schaue was ich eigentlich genau esse. Ich habe nun das Gefühl es wird alles gut. Meine einzige Sorge war nun der Salatteller am Nachmittag.

Tofuschnitte statt Salatteller

Mittagessen. Sehr früh. Bereits um 11:30. Ich war doch grad erst mit Frühstück und anschließendem Kortisonnachtisch fertig. Aber Hunger war da. Ich staunte nicht schlecht! Salatteller gab es nicht – puh durchatmen. Kartoffeln, ein ich sag mal ‚überschaubares‘ Gemüseangebot und eine Tofuschnitte mit heller Sauce. Ich tippe auf Stärke und Zitrone. Dazu Salat mit Mais und einer echt leckerem Zitronendressing. Das Tofu war gut gewürzt. Sehr löblich, dass es wirklich so unkompliziert war. Etwas mehr Gemüse hätte ich mir dann doch gewünscht.

Das Abendessen war im Grunde wie das Frühstück. Ich fürchte das wird nun doch eintönig.

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Tag 4 – Und täglich grüßt das Murmeltier

Meine Befürchtungen vom Vorabend sahen sich bestätigt. Täglich grüßt nun das Murmeltier. Schnitten mit Aufstrich und Konfitüre. Dazu Tomate. An diesem Tag begrüßte mich abermals eine Mitarbeiter der Uniklinik die sich nach dem Stand erkundigt hat. Wir besprachen den weiteren Verlauf. Leider gab es keine Alternative zu den Aufstrichen also bleibt also eintönig.

Wir gerieten noch ein wenig ins reden. Sie habe Tofu bei asiatischen Buffett gegessen. War nicht überzeugt. Sei wie ein Radiergummi essen aber jeden Tag Fleisch müsse sie nun auch nicht. Butter sei gesünder als Halbfett Pflanzenmargarine. Das habe sie im TV gesehen. Mein Zaunpfahlwinken, dass die Unternehmen vielleicht keine Lust mehr haben teure Werbung zu zahlen wenn eventuell schlecht über die Produkte berichtet wird nahm sie nicht so sehr an wie die Argumente der TV-Sendung. Ein Versuch war es aber wert.

Leider wird viel weggeschmissen

Ich finde es schade, dass Lebensmittel die nicht verbraucht werden wegschmissen werden. Auch verschlossene Produkte wie Konfitüre oder Margarine. Da ich kein Fan vom wegschmeißen bin entschloss ich mich die Sachen zu behalten die ich nicht geschafft habe. Ich kann verstehen das was einmal bei einem Patienten war nicht wieder zurück kommt. Ich tippe auf Hygienevorschrift oder einfach ein zu hoher Aufwand. Schade eigentlich.

Fazit

Nach sechs Tagen beendete ich mein Abenteuer „Vegan im Krankenhaus„. Ich war wirklich positiv überrascht und war froh, dass meine Horrorszenarien nicht eingetroffen sind. Falls jemand von euch Veganern in die Uniklinik Essen müßt… keine Bange. Viel von dem Essen, dass ich als Notfallreserve mitnahm habe ich wieder mitgenommen. Sogar die Nervennahrung Pringles hab ich unangetastet wieder mitgenommen. Wenn das mal nicht dafür spricht.

Mein Dank geht an die freundlichen und stets hilfsbereiten Schwestern, Pfleger, Mediziner und Verwaltungspersonal der Uniklinik Essen und ganz ganz speziell der Station M1 der Neurologie. Vielen Dank.

In diesem Sinne – Mahlzeit und gute Besserung!
Daniel Weber

Wie waren eure Erfahrungen? Lasst es mich wissen und kommentiert hier unten.

Kleines Update
Bin wieder im Krankenhaus – wieder die gleiche Station. Diesmal ging alles viel schneller mit der Umstellung. Werde natürlich auch darüber berichten.

Größeres Update
Hatte zwar vor zu berichten aber im Grunde war es wieder genau das gleiche Spiel. Wurde täglich gefragt was ich am nächsten Tag gerne Essen mag. Da ich vegane Kost wollte gab es da keine Auswahl. Da gab es immer nur ein Gericht.  Nur  bei einer Mahlzeit habe ich verzichtet. Ich war am Tag zuvor als der Essenswunsch aufgenommen wurde in Behandlung. Mein Zimmernachbar hat der Service-Kraft zwar erklärt, dass ich vegane Kost möchte aber bekam Milchreis.

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26 Antworten zu “Vegan im Krankenhaus”

  1. Rocco sagt:

    Super lustig☺muss auch nächste Woche einfahren werde mir aber einen Aufstrich , Obst und nüsse mitnehmen und meine lieben bitten mir einen smoothies mitzubringen.
    Ein schönes Wochenende!

  2. Sandra sagt:

    Hallihallo Daniel,

    das kommt mir sehr bekannt vor. Und das in einer Neurologie, wo ich wegen der MS kein tierisches Eiweiß essen will. Wenn man es mit Humor nimmt, geht es doch besser! Liebe Grüße!

  3. Conny sagt:

    Hallo Daniel…
    so ähnlich ging es mir letztes Jahr vor meinem Krankenhausaufenthalt! Die Umstellung auf vegane Kost war da noch ganz neu für mich und ich wollte auf keinen Fall ‚Kompromisse‘ eingehen! Und das hab ich beim Patientenbogen auch gleich kund getan… nachmittags meldete sich dann der Koch zu einem Gespräch an – und ich hatte Befürchtungen, dass er mich bekehren wollte! Aber… zur großen Überraschung brachte er mir Seitenweise Lektüre über vegane Lebensweise, Tipps& Tricks und Rezepte mit, die er extra für mich aus dem Internet gesucht hatte… weil ich ja erst sehr kurz dabei war… wow!!
    Zum Glück kannte ich das Krankenhaus noch aus Omni-Zeiten und ich wusste, dass es Frühstück & Abendessen in reichhaltiger Buffetform gab! Zum Frühstück bergeweise frisches Obst – Melone, Ananas, Orange, Kiwi und Co… – Vollkornbrot, versch. Konfitüre und auf Nachfrage auch pflanzl. Brotaufstrich extra für mich! Auf Station gab es eine Patientenküche, wo für mich Sojamilch deponiert wurde… Abends am Buffet eine riesige Salatauswahl zum selber zusammenstellen, versch. Essig & Öle, Sonnenblumenkerne, Croûtons und auch ausgefallene, frisch zubereitete Salate… auf Nachfrage hat der Koch stolz erzählt, dass er ausländische Mitarbeiter habe, die jeden Tag aufs Neue zaubern… wirklich Klasse!

    Jetzt stand noch das Mittagessen aus… ich war gespannt! Und wurde erneut überrascht! Kürbisspalten, Kartoffeln mit Sesam, viel Gemüse als Auflauf oder frisch, Nudeln mit Tomatensauce… :-D

    Falls ihr mal ins Krankenhaus müsst, es war das Rote Kreuz Krankenhaus in Bremen… Ich freu mich schon auf den nächsten Besuch ;-)

  4. Melanie sagt:

    Das erinnert mich an meine Zeiten in diversen Krankenhauseinrichtungen.Ich habe mich auch damals schon gefragt, ob VeganerInnen, die noch nie im Krankenhaus waren, wissen, mit was man da konfrontiert ist. Im Grunde leistet jedeR VeganerIn, der/die da auf vegane Ernährung besteht und sich dafür einsetzen muss, Pionierarbeit, und für die nachkommenden wird es vielleicht einfacher, weil der Begriff vegan dem Koch und den „Ernährunsspezialisten“ schon bekannter ist.Schön ist es, wenn man erfährt, dass auf einer anderen Station auch noch ein Veganer liegt.Dann realisieren die möglicherweise, das man nicht nur so ein vereinzelter Freak ist.
    In der Reha wegen Unfall habe ich eine Woche nur Salatbuffet gegessen,bis es dann lief, Sojamilch hat lange gebraucht, bis die ankam,ca. 1 Woche auch, die Bestellung war für die schwer. In der Zeit hat mir ein Mitpatient beim tragen aus dem Reformhaus geholfen, denn ich konnte nichts tragen zu der Zeit, ich habe mir das zeug also erstmal privat besorgen müssen.Insgesamt war ich zwei Monate in der Reha.
    Vorher im Krankenhaus in Bremen-Mitte war ich sehr zufrieden, da wurde mir jeden Tag extra vegan gekocht, und manchmal war es auch richtig toll. Sojamilch gab es da auch immer.Anfangs gibt es allerdings überall Schwierigkeiten, die Ernährungsspezialistin kommt oder die Krankenschwester mit ihrem Block, und es läuft immer was schief, und nach ein paar Tagen geht es dann. Vegane Auftsriche habe ich bis jetzt überall bekommen, in diesen kleinen Dosen. verwunderlich, wenn ein Krankenhaus noch nicht mal das hat.
    Ich habe einen Freund, der seit kurzem querschnittsgelähmt ist und für Monate im Krankenhaus bleiben muss. Er sagt, vegan sei bis jetzt kein Problem für ihn, trotzdem denke ich, dass man immer wieder fragen muss, ob er Unterstützung braucht, habe ihm auch neulich veganen Käse und Vurst mitgebrcht und Sojadessert und Schokolade.

    • Daniel Weber sagt:

      Danke Melanie für deinen Kommentar. Pionierarbeit ist ein gutes Stichwort. In Bremen und Essen sicher weniger nötig als in den ‚kleinen ‚ Krankenhäusern. Ich freu mich auf jeden Fall hier auf eure Erfahrungsberichte.

      Gruß
      Daniel

  5. heike sagt:

    hab grad deinen bericht lachend gelesen und kann dir mitteilen: es geht auch anders!
    fast unglaublich, aber wahr…vor einiger zeit war mein mann im krankenhaus, ihm wurde vegan serviert, ähnlich wie bei dir aber als saanehäubchen gabs einmal „echten“ fleischkäse mit nem zettel dabei auf dem „vegan“ stand.
    er wechselte dann in ein anderes krankenhaus und wurde hervorragend UND abwechslungsreich vegan versorgt.
    in der anschließenden reha stellte er sogar wöchentlich seinen eigenen speiseplan mit einer sehr motivierten und begeisterten diätassistentin zusammen!
    dann war ich dran, ne reha…und was soll ich sagen? vegan war kein unwort, auch dort hatte ich ein langes gespräch mit der diätköchin und bekam mal mehr mal weniger schmackhaftes, aber veganes essen!
    es geht also doch! man muß nur hartnäckig bleiben, nicht nachgeben und gefälligkeitshalber auf vegetarisch „umsteigen“, dann lernen die das auch in den krankenhäusern und kliniken mit der zeit.

    • Daniel Weber sagt:

      So Heike… schön Dich zum lachen zu bringen :) nun sei so nett und verrate uns diese tolle Einrichtung. Gute Dinge sollten gesagt werden. ;) Vielleicht hilft es ;)

      Gruß
      Daniel

  6. Manuela sagt:

    Hallo Daniel!

    Ich habe eben Deinen Krankenhausbericht gelesen und musste auch drüber lachen. Erfrischend geschrieben. Ich schliesse mich einem meiner Vorgänger an, Du solltest ein Buch schreiben, toller Schreibstil., estrem kurzweilig.

    Ich war bisher einmal im Krankenhaus, da wurde ich dann auch gefragt (wie eine Vorschreiberin nach Pute), ob ich denn Hähnchen esse. Ich war nahezu sprachlos. Die Frage nach Fisch war ich ja nun schon hinlänglich gewöhnt, aber Geflügel ist kein Fleisch? Oh weia, da muss die Dame definitiv in einer anderen Welt aufgewachsen sein als ich.

    Meine Mittagessen waren definitiv nicht so ‚erfreulich‘ wie Deine, obwohl ich ’nur‘ Vegetarierin bin.
    Vieles fiel meinem Verdrängungsmechanismus zum Opfer, an eines kann ich mich aber noch bildhaft erinnern:
    Eine Nudelsuppe
    Ich sehe die und habe mich so drauf gefreut. Die Freude hielt genau bis zum ersten Löffel an.
    Bis dahin war mir nicht bewusst, dass meine eine Suppe absolut ohne Geschmack kochen kann, evtl. hat sie mal kurz ein Salzkorn begrüßt, aber auch nur von weitem. Ich habe mir dann aber die Hälfte reingesschaufelt, weil ich wirklich Hunger hatte und leider keine Notreserven dabei hatte.
    Mir war bis dahin nicht einmal der Gedanke gekommen, dass ein Krankenhaus so wenig mit dem Begriff ‚vegetarisch‘ anfangen kann.
    Ich ‚freue‘ mich schon auf Ende des Monats, da muss ich als Begleitperson meiner Tochter eine Woche ins Kinder-Krankenhaus. Allerdings ist der Speiseplan im Internet einzusehen und ich muss sagen, dass er nicht übel aussieht.
    Ich lasse mich mal überraschen, werde aber vorsichtshalber das eine oder andere im Auto deponieren, man weiss ja nie…
    Dir alles Gute für Deine Gesundheit! :-)

  7. Peter Jonathan sagt:

    Ich hatte letzte Woche im Krankenhaus das Problem, dass ich Vegetarisch bestellt hatte und ich bekam Suppe mit Rind. Ist ja kein Fleisch, sondern Rind. Dann wurde ich gefragt, ob ich denn Pute essen würde. Sonst werde ich immer gefragt, ob ich denn wenigstens eine Gabel Fisch essen würde. Ach ja…

    Das Problem mit der Überdosierung an Marmelade hatte ich auch. Unglaublich.

    Es gibt Menschen, die glauben dass diese Art von Nahrung gut wäre, denn immerhin gibts die ja im Krankenhaus. Hmmm wenn man so den Rest seines Lebens essen will, dann kann man auch im Krankenhaus bleiben ;)

    PS: Dein Schreibstil hat Spaß gemacht. Schreib doch mal ein Buch. Man kann es ohne Konzentrationsprobleme durchlesen :)

  8. Christine sagt:

    Ich war im März für ein paar Tage nach der Entbindung im Krankenhaus und obwohl ich nur Vegetarierin bin, habe ich öfter Fisch serviert bekommen. Sie dachten tatsächlich man verzichtet als Vegetarier nur auf Fleisch. Einmal gab es für mich als Alternative nur irgendwas mit Sauerkraut. Total toll, wenn man sein Baby stillt, weil das ja zu Blähungen beim Kind führt. :) Aber alles in allem war es okay und was ich vegetarisch bekommen habe hat auch soweit gut geschmeckt.

    • Patrick sagt:

      Ja, das mit dem Vegetarier-Begriff ist bei manchen Menschen wohl recht schizophren verankert. Beim nächsten Mal solltest du vielleicht explizit sagen, dass du Ovo-Lacto-Vegetarierin und nicht Pesco-Vegetarierin bist. Entweder sie googeln, fragen nach oder du kannst denen dann eine richtig fette Beschwerde einreichen.

  9. Anja sagt:

    Puh, ich war letzte Woche im Krankenhaus und hatte weitaus weniger Glück. Es gab Tage, da bestand das einzige frische Obst/Gemüse aus einer Pflaume zum Mittag und einer sauren Gurke zum Abendbrot. Meine Familie war sichtlich über meine Essensfotos erheitert, die ich jeden Tag gemacht habe. Ich musste täglich meine mitgebrachten Essensrationen antasten und die Tatsache, dass mein Kind im Bauch ja auch die Nährstoffe braucht, brachte mich dazu, auch mal die ein oder andere mit Sahnesoße kontaminierte Kartoffel zu essen. Der Spuk war glücklicherweise vor ein paar Tagen vorbei und nun werden ich auch für die Geburt uns das dabei folgende Essensdilemma vorbereitet sein.

  10. Kix sagt:

    Hi.
    Ich hoffe dir geht’s wieder gut. Warum musstest du ins Krankenhaus?

    Grüße
    Kix

  11. […] 2013. Nach fast zwei Monaten teilweise Zwangspause wegen Tattoo und einige Krankenhausaufenthalte (siehe Vegan im Krankenhaus) wurde ich etwas in diesem Ziel zurückgeworfen. Es geht aber weiter. Mein Projekt 21,5km in […]

  12. Regina sagt:

    Hallo Daniel

    Wirklich witzig dein Bericht. Für dich eine Erfahrung mehr.
    Bin stolz auf dich, das du dich nicht von deinen Lebensstil abbringen lässt.

    Weiter so

  13. Norman sagt:

    Interessant mal einen Krankenhaus Aufenthalt aus der Sicht eines Veganers zu sehen. Ich denke, dass die Uniklinik nun ein klein wenig besser gewappnet ist, wenn der nächste Veganer unfreiwillig ins Gehege läuft.

    In diesem Sinne schöner Bericht mit Happy End ;)

  14. Simon sagt:

    Herzlichen Dank,

    wurde von der Ina darauf aufmerksam gemacht und las diese Zeilen sehr amüsiert. Das war jetzt eine schöne Ablenkung :)
    Da bin ich schon gespannt, was ich für Erlebnisse haben werde, wenn ich dann mal im Krankenhaus bin.

    Grüßle aus Süddeutschland

  15. Ina sagt:

    Danke Daniel für den Lacher :-P vllt sollte ich demnächst dann doch nach Essen in die Uni Klinik fahren statt hier ins Krankenhaus.
    ;-) Ich hoffe dir geht’s wieder gut. In Zukunft denk dran ich bin nicht sooo weit weg und hätte dir auch was „Richtiges“ gebracht ;-)

  16. Hallo Daniel,klasse Bericht. Habe schon lange nicht mehr so herzlich über einen Beitrag gelacht. Und es geht doch ( das Essen ) ??? Grüße, Bernd

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